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Bundestag debattiert im Sommer über grundlegende Reform des deutschen Menschenhandelsrechts

Der Bundestag debattiert am 26. Juni über eine grundlegende Reform der deutschen Menschenhandelsgesetze, die eine EU-Richtlinie umsetzt und eine neue Nachfragestrafbarkeit einführt. Was der Entwurf tatsächlich ändert — und warum es sich um einen völlig anderen Rechtsrahmen handelt als die regulierte Begleitbranche.

Bundestag debattiert im Sommer über grundlegende Reform des deutschen Menschenhandelsrechts
Autor post James Whitaker

Letzte Aktualisierung: Aug 24, 2026

Lesezeit: 5 Min

Der Bundestag wird voraussichtlich am 26. Juni über eine grundlegende Überarbeitung der deutschen Menschenhandelsgesetze debattieren, nachdem das Bundeskabinett den Gesetzentwurf am 27. Mai gebilligt hat. Das Gesetz setzt die EU-Richtlinie 2024/1712 in nationales Recht um — eine Frist, die die Regierung bis zum 15. Juli einhalten muss — und geht über eine bloße Übersetzung der EU-Vorgaben hinaus, indem es die zugrunde liegenden Strafrechtsvorschriften zu Menschenhandel und sexueller Ausbeutung überarbeitet.

Was sich tatsächlich ändert

Der Entwurf erweitert die rechtliche Definition von Menschenhandel um Ausbeutung im Zusammenhang mit Leihmutterschaft, illegaler Adoption und Zwangsheirat, zusätzlich zu den bestehenden Kategorien. Er führt zudem eine Nachfragestrafbarkeit ein, die für alle vom Gesetz erfassten Ausbeutungsformen gilt, nicht nur für sexuelle Ausbeutung. Der SPD-Abgeordnete Johannes Fechner, Berichterstatter des Gesetzes, hat die Reform als Zusammenführung eines unübersichtlichen Regelwerks bei gleichzeitiger Stärkung des Opferschutzes bezeichnet.

Was davon nicht betroffen ist

Hier lohnt sich Präzision: Dieses Gesetz zielt auf Menschenhandel und erzwungene Ausbeutung ab, nicht auf die regulierte, freiwillige Begleitbranche, die unter dem separaten Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) arbeitet. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil beides in der öffentlichen Debatte häufig vermischt wird — registrierte, unabhängige Anbieterinnen, die innerhalb des ProstSchG arbeiten, sind nicht Gegenstand dieses Gesetzes, das gezielt auf Menschenhandelsnetzwerke und erzwungene Ausbeutung abzielt. Unsere Analyse der Gesetzesänderungen 2025 in Deutschland zeigt, wie sich der ProstSchG-Rahmen selbst getrennt von dieser Menschenhandelsreform entwickelt hat.

Der Entwurf geht nun in die Ausschussberatung, federführend beim Rechtsausschuss. Für Anbieterinnen und Kunden, die den Überblick behalten wollen, welche Regeln tatsächlich wo gelten, ist unser Leitfaden zur Rechtslage nach Städten der klarere Ausgangspunkt als die Gesetzgebung direkt zu verfolgen.


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