Kurzer Hinweis: Das hier ist keine Rechtsberatung, nur eine Information. Wenn Ihnen eine Anklage droht oder Sie rechtlichen Rat brauchen, sprechen Sie mit einem in Kalifornien zugelassenen Anwalt.
Die Kurzfassung: Was ist legal und was nicht?
Für Begleitung (Companionship) bezahlt zu werden ist legal. Werbung für Escort-Dienste ist legal. Als unabhängiger Escort zu arbeiten ist legal. Daran zweifelt in Kalifornien niemand.
Illegal ist Geld für sexuelle Handlungen. Da verläuft die Grenze. Alles auf der einen Seite ist in Ordnung, alles auf der anderen fällt unter Penal Code § 647(b), das kalifornische Prostitutionsgesetz. Das ist ein Vergehen (Misdemeanor), kein Verbrechen (Felony). Trotzdem gibt es beim ersten Mal Geldstrafen ab 1.000 $ und bis zu sechs Monate Gefängnis. Wer wieder erwischt wird, bekommt Mindeststrafen.
Für Kunden gilt dasselbe Gesetz. Da gibt es keinen Unterschied, beide Seiten werden in Kalifornien gleich behandelt.
Der Teil, an dem viele scheitern: Agenturen und Management
Wenn jemand Ihre Termine bucht, einen Teil Ihres Verdienstes behält oder gegen Prozente Ihren Kalender führt, riskiert diese Person eine Anklage wegen Zuhälterei (Pimping) und Förderung der Prostitution (Pandering) nach Penal Code §§ 266h und 266i. Da reden wir von drei bis sechs Jahren im Staatsgefängnis.
Genau deshalb gibt es das unabhängige Modell, und deshalb ist es so wichtig. Sobald jemand Drittes an Ihren Buchungen mitverdient, sieht die Rechtslage ganz anders aus. Für diese Person und möglicherweise auch für Sie. Unabhängig heißt unabhängig. Das ist keine Marketingfrage, das ist rechtlicher Schutz.
Kalifornische Städte sind nicht alle gleich
Das überrascht viele, wenn sie anfangen, durch Kalifornien zu touren. Das Gesetz ist überall dasselbe. Wie hart es durchgesetzt wird, ist aber eine ganz andere Frage.
San Francisco ist seit Jahrzehnten tolerant. Es gibt starke Interessenvertretungen für Sexarbeiter, eine progressive Staatsanwaltschaft und die allgemeine Linie, sich eher auf Menschenhandel und Ausbeutung zu konzentrieren als auf einzelne Anbieter. Wenn Sie irgendwo in Kalifornien arbeiten wollen, ist das Risiko in der Bay Area am kleinsten.
Los Angeles ist anders. Der Markt ist größer und weitläufiger, und die Sittenpolizei des LAPD ist aktiver. Scheinoperationen (Stings) kommen vor, vor allem bei Anbietern, die explizit werben oder in Hotels mit viel Durchgangsverkehr arbeiten, wo man leicht auffällt. Aus einem privaten Apartment oder einer diskreten Kurzzeitmiete zu arbeiten ist in LA viel sicherer als ein auffälliger Stil.
San Diego überrascht viele. Wegen der Militärstützpunkte in der Nähe wurde dort schon immer härter durchgegriffen, als man für eine Stadt dieser Größe erwarten würde. Wenn Sie San Diego besuchen, prüfen Sie Kunden gründlicher als sonst. Machen Sie keine Abstriche, nur weil Sie nur ein paar Tage da sind.
Online-Werbung nach FOSTA
FOSTA-SESTA hat den kalifornischen Markt 2018 hart getroffen. In LA und der Bay Area haben riesige Communities auf Backpage geworben, und als die Seite über Nacht weg war, mussten viele improvisieren. Der Markt zerfiel, sichere Optionen verschwanden, und vielen ging es danach schlechter als vorher.
Das Bundesrecht gilt weiter. Der Central District of California in LA und der Northern District in der Bay Area sind beide aktive Bundesgerichtsbezirke. Praktisch heißt das, wie überall: Werben Sie für Begleitung, nicht für sexuelle Dienste. Schreiben Sie nie etwas Explizites auf, weder in der Anzeige noch in Direktnachrichten oder SMS. Was bei einem privaten Termin passiert, ist privat. Diese Trennung schützt Sie.
Nutzen Sie Plattformen, die dafür gemacht sind: die Metadaten aus Ihren Fotos entfernen, Ihre persönlichen Daten nicht speichern und FOSTA-konforme Nutzungsbedingungen haben. Das ist wichtiger, als den meisten klar ist.
Arbeiten aus privaten Räumlichkeiten
Kalifornien hat ein Gesetz gegen das „Führen eines Hauses mit schlechtem Ruf“ (Penal Code § 315). Klingt beunruhigend, bis man liest, was dafür nötig ist. Gemeint sind kommerzielle Betriebe, also dauerhafte Einrichtungen mit mehreren Personen und gewerblichem Charakter. Eine einzelne unabhängige Anbieterin, die in ihrer Wohnung oder einer Kurzzeitmiete Incalls anbietet, fällt normalerweise nicht darunter.
Bei Outcalls in Hotels sollten Sie aber bedenken: Wenn viele Gäste in kurzer Zeit dasselbe Zimmer besuchen, fällt das dem Personal oder dem Sicherheitsdienst auf. In eigenen Räumen haben Sie mehr Kontrolle über die Umgebung, und es schauen weniger Leute zu.
Steuern – ja, im Ernst
Kalifornien hat für Besserverdiener den höchsten Einkommensteuersatz im Land, und alle Einkünfte sind steuerpflichtig, egal wie sie verdient wurden. Wer in Kalifornien als Anbieter ordentlich Geld verdient und es nicht angibt, sammelt Jahr für Jahr eine wachsende Steuerschuld an. Einnahmen aus selbstständiger Escort-Arbeit gehören in die „Schedule C“. Ab einer bestimmten Grenze verlangt Kalifornien außerdem vierteljährliche Vorauszahlungen.
Das sollte man nicht ignorieren. Viele in der Unterhaltungs- und Erotikbranche bekommen ernsthafte rechtliche Probleme wegen Steuern. Nicht wegen der Sittenpolizei, sondern wegen des IRS oder des California Franchise Tax Board. Machen Sie es von Anfang an richtig.
Organisationen, die Ihnen in Kalifornien den Rücken stärken
Sie sind nicht allein. In Kalifornien gibt es Organisationen, die speziell für Sexarbeiter da sind: für rechtliche Hilfe, Gesundheitsversorgung, Schadensminimierung und Interessenvertretung.
St. James Infirmary in San Francisco wird von Peers geleitet. Es gibt kostenlose Gesundheitsversorgung, rechtliche Unterstützung und einen Ort, an dem man wirklich willkommen ist. Wer in der Bay Area lebt, sollte diese Anlaufstelle kennen.
SWOP-LA deckt Los Angeles ab, mit Angeboten zur Schadensminimierung und Kontakten zu rechtlicher Hilfe. Sie haben auch Infos für Anbieter, die mit der Polizei zu tun bekommen.
Bayswan gibt es in der Bay Area schon lange. Die Organisation ist fest in der lokalen Community verwurzelt und gut vernetzt mit Rechts- und Hilfsangeboten.
Diese Organisationen wissen auch aktuell, was bei der Polizei gerade läuft, wo Stings stattfinden und was sich rechtlich tut. Das kann kein Leitfaden ersetzen. Sich mit ihnen zu vernetzen hilft in der Krise, aber vor allem bleibt man dadurch auf dem Laufenden.
Wie Kalifornien im Vergleich zu anderen Bundesstaaten dasteht, zeigt unser Überblick, wo Sexarbeit in den USA legal ist.
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James Whitaker